Beiträge von Sarah

    Insgesamt solltest Du Dir bevor Du Dich entscheidest überlegen wo Du im Master bzw. beruflich später hin möchtest. Ich hab noch das gute alte Diplom als Abschluss gemacht, da war das Grundstudium (Vordiplom) klar strukturiert und hatte keine Wahlmöglichkeiten. Die kamen erst mit dem Hauptstudium. Hier habe ich die Blöcke so ausgesucht, dass ich verschiedene Methoden und Techniken erlernen und vertiefen konnte, die ich als nützlich für meinen weiteren Berufsweg angesehen habe. Dabei kam es mir nicht darauf an in welchem Fachgebiet die Blöcke angeboten wurden, da vieles davon Methoden und Techniken waren, die sehr verbreitet eingesetzt werden.


    Ich würde an Deiner Stelle betrachten welche Methoden Du in den zur Wahl stehenden Projekten erlernen kannst und ob diese Dir später nützlich sein können.

    Mir ist zumindest bisher kein Buch, das sich auf Erkrankungen des Axolotl fokussiert, bekannt. "Erkrankungen der Amphibien" von Dr. Frank Mutschmann ist ein Klassiker. Den haben wir hier im Labor auch in unserer Bibliothek. Ich denke es wendet sich aber eher Fachpublikum, weniger an Laien.

    das wird mir immer ein Phänomen bleiben, wieso bei einigen Tieren das so lange im Verdauungstrakt hängt obwohl ansonsten gefressen und auch ausgeschieden wird regelmäßig.

    Monate und länger, das ist schon ein Ding. Bei mir konnte ich es auch ohne Boxen gut verfolgen weil sie ja auf den Matten laufen :) und das Zeugs drauf liegen bleibt.


    Es gibt diverse Tierarten, die auch Steine im Magen mit sich herumtragen. Diese Steine werden als Gastrolithen bezeichnet (https://de.wikipedia.org/wiki/Gastrolith). Welche Funktion sie jeweils haben wird noch diskutiert. Bei einigen Arten scheinen sie der Verdauung zu dienen, bei anderen wird vermutet (z.B. bei Krokodilen), dass sie bei der Tarierung im Wasser helfen.

    Guten Morgen,


    bezüglich des pH im Axolotlmagen, Molarität der Säure und der unterschiedlichen Enzyme im Darm bin ich auch nicht auf dem Laufenden. Das müßte ich auch erst recherchieren. Aber als Fachkollegin bist Du mit Recherche von Fachliteratur denke ich ebenso vertraut :-)


    Dass die Inkubation in Säure nur einen minimalen Ausschnitt der Vorgänge im Magen-Darmtrakt darstellt, ist denke ich jedem klar. Dennoch gibt es durchaus erste Hinweise, ich finde es jedenfalls interessant. Sollte es in der Literatur weitere Daten bezüglich der enzymatischen Verdauung der Tiere geben, könnten die in Säure vorinkubierten Steine danach weiter in den entsprechenden Enyzmen inkubiert werden. Ich würde das ganze zur Simulation der Peristaltik auf einem Schüttler laufen lassen.


    Ob und was sich genau von den Steinen löst düfte schwierig zu bestimmen sein. Es kann sein, dass makroskopisch nichts weiter auffäliges zusehen ist. Eventuell werden nur Substanzen aus der Beschichtung der Steine gelöst. Die zubestimmen erfordert vermutlich chromatografische Methoden oder den Einsatz der Massenspektrometrie. Sollten sich Nanopartikel ablösen könnte das eventuell im Vergleich zu unbehandelten Steinen mit einem guten Elektronenmikroskop sichtbar sein.


    Viele Grüße

    Sarah

    Anfrage an das Labor ist raus.


    Ich bin echt gespannt ob es mittlerweile Angebote für Privathalter gibt, die auch bezahlbar sind. Ich kenne diese Ansätze bisher nur von wissenschaftlichen Projekten. Da sind die Kosten wenn man/frau eine entsprechende Förderung hat abgedeckt.

    Wenn ich bedenke wie oft ich von Privathaltern schon gehört habe, dass ein Standard PCR Test auf Bd/Bsal ja viel zu teuer ist ... die Technologie hinter der eDNA Analytik ist aufwändiger und daher vermutlich auch einiges teurer.

    Ich habe mit dieser Pflanze im Axolotlbecken keine Erfahrung, wäre aber vorsichtig. Wenn ich mir die Knolle so anschaue sieht sie von der Oberfläche so aus als wäre sie wie Holz oder Kokosnussschale ein guter Untergrund für Einzeller und Co mit denen unsere Tiere Probleme bekommen können.


    Vielleicht gibts hier im Forum jemanden, der damit Erfahrung hat? Wäre interessant zu wissen ob es damit Probleme gibt oder nicht.


    Liebe Grüße
    Sarah

    Während der Aktion verspürt das Tier so gut wie keinen Schmerz, da 1. die Schmerzrezeptoren in den Beinen nur wenig Schmerz weiterleiten, und 2. sofort (also bereits nach dem Verbiss) Substanzen gebildet werden, die einiges stärker als Morphin sind und entsprechend wirken.


    Da Christina und ich uns gerade aus verschiedenen Gründen (Genehmigungsverfahren zur Erneuerung der Erlaubnis zur Ausbildung von Veterinären*innen und Wissenschaftler*innen am Axolotl, sowie Entwicklung eines Scoringsystems für Axolotl) intensiv mit dem Thema beschäftigt haben möchte ich nun endlich mit dieser "Legende" aufräumen. Diese Aussagen haben sich vermutlich aus einer Textpassage aus dem Buch "Erkrankungen der Amphibien" (F. Mutschmann, 1998) entwickelt, die von einigen Lesern grundlegend falsch verstanden/wiedergegeben wurde. Auf S. 113 steht dort zu lesen [...]"Interessant ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass Amphibien über ein wirkungsvolles System der endogenen Schmerzausschaltung mittels opioider Peptide verfügen, die ähnlich auch bei Säugern vorkommen und deren Wirksamkeit im Vergleich zu Morphin sehr hoch ist. So wurde nachgewiesen, dass Opioide aus Amphibienhäuten, sogenannte Dermophine, die Wirksamkeit von Morphium bei Ratten um das 40fache überstiegen und die Wirkungsdauer der Anästhetise tewa verdopplet wurden (Stoskopf 1994)."[...]
    Zuersteinmal spricht Dr. Mutschmann hier nicht explizit über den Axolot oder Ambystomatiden, sondern nur allgemein über Amphibien. Weiter sagt er, dass die Peptide in Ratten eine 40fach stärkere Wirkung haben, nicht aber in Amphibien! Schaut man sich die zitierte Quelle an (Stoskopf, M. K. (1994). Pain and analgesia in birds, reptiles, amphibians, and fish. Investigative ophthalmology & visual science, 35(2), 775-780.) so wird auch in dieser lediglich davon gesprochen, dass aus Amphibienhaut stammende Dermophine in Ratten 40fach stärker wirken. Die beiden Originalarbeiten, die dies untersucht haben beschäftigen sich mit Dermorphinen aus der Haut von Fröschen der Gattung Phyllomedusa (Sullivan, A. F., & Dickenson, A. H. (1988). Electrophysiological studies on the spinal effects of dermorphin, an endogenous μ-opioid agonist. Brain research, 461(1), 182-185. und Braga, P. C., Tiengo, M., Biella, G., Dall'Oglio, G., & Fraschini, F. (1984). Dermorphin, a new peptide from amphibian skin, inhibits the nociceptive thalamic neurons firing rate evoked by noxious stimuli. Neuroscience letters, 52(1-2), 165-169.). In der Übersichtsarbeit von Stoskopf wird ferner beschrieben, dass Dynorphin, ein Beta-Endorphin, in Rana pipiens bei spinaler Verabreichung zu einer reduzierten Schmerzwahrnehmung führen. Schaut man in die zitierte Quelle (Stevens, C. W. (1988). Opioid antinociception in amphibians.) liest man hier wiederum, dass dafür die systemische Verabreichung in "höherer Dosierung" notwendig ist.


    Zusammenfassend ist nirgendwo auch nur ansatzweise die Rede von Axolotln oder Ambystomatiden. Ebensowenig beschäftigen sich die Arbeiten mit der Ausschüttung von Endorphinen in Folge einer Verletzung, es geht hier jeweils um die zusätzliche Verabreichung der Substanzen. Wie gut oder eben nicht diese endogenen Substanzen im Fall einer Verletzung schmerzlindernd wirken ist nicht untersucht. Auch Säuger schütten Endorphine aus, trotzdem haben auch wir in der Regel Schmerzen wenn wir eine Verletzung erleiden ...



    Ich weiß, dass ich Euch nun viel Fachkram um die Ohren gehauen habe und das auch ziemlich kompliziert ist, aber es ist mir ein Anliegen deutlich zu machen, dass die oben zitierte Erklärung von Hartmut leider bisher nicht durch wissenschaftliche Daten belegt ist. So lange das nicht der Fall ist muss man einfach ganz ehrlich sagen, dass man nicht weiß wieviel Schmerz Axolotl nach einer Ampuation oder anderen Verletzung empfinden. Bei Teilverbissen oder "Bauchweh" sieht man an der Körpersprache der Tiere deutlich, dass sie Schmerzen empfinden. Nur weil Axolotl bei einer kompletten Amputation diese körpersprachlichen Signale nicht geben wäre es naiv davon auszugehen, dass sie überhaupt keine Schmerzen empfinden.

    Für Vitaminpräparate gilt zudem das Gleich wie bei Arzneimitteln: unbedingt einen Blick auf die Inhaltsstoffliste werfen. Wie bei Arzneitmitteln findest sich in Vitaminpräparaten so einiges an Hilfs- und Konservierungsstoffen, die Axolotl und Co nicht vertragen...

    An dieser Stelle möchte ich allen Unterstützerinnen und Unterstützern einen herzlichen Dank sagen. Wir haben schon viele Mails erhalten und mit jeder weiteren gewinnt unsere Auswertung an statistischer Signifikanz. Am Manuskript arbeiten Christina und ich fleißig. Wir werden die Arbeit open access publizieren, das heißt jeder kann den Artikel nach Veröffentlichung kostenlos über das Internet abrufen.


    Viele Grüße
    Sarah

    Hallo Zusammen,


    Christina und ich bereiten gerade eine Veröffentlichung vor, die sich mit der Gesundheit von Axolotln bzw. dem Umgang mit erkrankten Tieren beschäftigt. In diesem Zusammenhang möchten wir auch die Resistenzlage bei Axolotl-verträglichen Antibiotika untersuchen. Wir würden uns freuen wenn Ihr uns Resistogramme zur Verfügung stellt. Ausführliche Informationen zum Ablauf der Studie und die Erklärung zum Datenschutz findet Ihr in unserem Mitgliederbereich: Bitte um Teilnahme an einer Studie


    Viele Grüße
    Sarah

    Legenot ist selten bei Axolotln, zumal wenn keine Männer verfügbar sind. Aber wenn Du Deinen Tieren einen Gefallen tun willst kannst Du ihnen durchaus Kunstpflanzen mit in die Boxen geben. Ich gehe davon aus, dass Du im Keller nicht volle Beleuchtung wie im Aqaurium hast daher die Empfehlung künstlicher Pflanzen. Echte würden mit hoher Wahrscheinlichkeit schnell eingehen. Die Kunstpflanzen müssen dann aber wie auch die Boxen regelmäßig gereinigt werden.

    Prinzipiell dürften die molekularbiologischen Methoden mittlerweile empfindlich genug sein, um auch kleinste Mengen von Bd DNA (also aus den Sporen) nachweisen zu können. Das Verfahren wird aber schon als Standardmethode zum Nachweis größerer Mengen wie sie z.B. in einem Hautabstrich vorhanden sind von den meisten Menschen als teuer empfunden. Würde man nun Kleinstmengen versuchen nachzuweisen würde es ein Vielfaches kosten. Daher wird sich kaum ein Institut die Mühe machen einen solchen Test zu etablieren (was auch wieder einen Haufen Geld kostet).

    Theoretisch ist ein Eintrag aber zumindest möglich, da die üblichen Mehthoden der Trinkwasseraufbereitung nicht ausreichen um die Sporen abzutöten.
    Wahrscheinlicher ist eher ein Eintrag über das Wasser bzw. die Pflanzen aus der Tierhandlung. Zur Sicherheit kannst Du neue Pflanzen mit Virkon S desinfizieren und danach gründlich spülen.


    Und wie Christina schon schrieb, ein Testen des Wassers ist bisher nicht möglich.

    Heute abend sind die Axolotl des AMBC mal wieder im TV unterwegs. NDR Visite berichtet über verschiedene Forschungsansätze zum Thema Regeneration.


    https://www.ndr.de/ratgeber/ge…orsch,wundheilung104.html


    Das Foto auf der Website ist allerdings nicht von uns! Die Haltung von Axolotln auf derart großen Kieseln als Bodengrund ist nicht zu empfehlen! Auch eine Wurzel wie auf dem Bild zusehen hat nichts im Axolotlbecken zu suchen!

    Bei Zuchtlinien wie unseren im Labor läßt sich durch die Kontroll- (inter durch das Institut für Versuchstierkunde, extern durch das Veterinäramt Hannover und das LAVES) und Dokumentationsmechanismen (Zuchtbücher, digitales Verwaltungssystem LAVAN, ) gut nachweisen, dass es keine Einkreuzungen gegeben hat seitdem wir die Tiere in unserer Haltung haben. Auch andere Zoos und Institute haben Dokumentationsauflagen. So ist immerhin bei Bedarf ein Austausch von Tieren zum Auffrischen des Genpools möglich ohne Gefahr zulaufen Hybride Tiere in die Zucht einzubringen. Der Gesamtgenpool ist zwar beim Axolotl relativ begrenzt, aber besser als gar nichts.


    Wenn man sich die natürlichen Habitate einiger endemischer Ambystomaarten wie A. dumerilii oder A. andersoni anschaut stellt man fest, dass diese von jeher extrem klein waren und damit prädestiniert für Inzucht sind. Die Arten zeigen dennoch bisher keine Ausprägung einer Inzuchtdepression. Möglicherweise haben sich bei diesen Arten Mechanismen entwickelt, genetisch mit einem begrenzten Genpool "umzugehen". Da auch der Axolotl eine endemische Art ist könnte auch seine Art von einem solchen Mechanismus profitieren.

    Da Du wie Du selbst bereits erwähnt hast ein eher in die wissenschaftliche Richtung gehendes Interesse an Axolotln hast kann ich Dir neben dem Forum ergänzend eine Literaturrecherche in den wissenschaftlichen Datenbanken empfehlen. Viele Artikel sind mittlerweile kostenfrei im Internet verfügbar (open access). Für eine fachübergreifende Recherche kannst Du z.B. scholar.google.de verwenden.


    Viele Grüße
    Sarah