Angepinnt Zusammenfassung Batrachochytrium dendrobatidis (Chytridpilz)

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Zusammenfassung Batrachochytrium dendrobatidis (Chytridpilz)

    Zusammenfassung Draco Artikel - Heft über Amphibiensterben von 2008 von Dr. med. vet. Frank Mutschmann

    Diese Mykose (Pilzinfektion) ist eine große Gefahr für unsere Amphibien und tritt in der letzten Zeit leider auch vermehrt bei unseren Axolotl auf.
    Ich werde versuchen ein paar Eigenschaften dieses Pilzes bzw. der Infektion zu erklären. Ich möchte keine Panik verbreiten, aber um etwas Achtsamkeit bitten und um Einhaltung von Quarantäne wenn man sich neue Tiere in den Bestand holt (auch Schnecken!!!!!). Dr. Mutschmann steht uns beratend zur Seite und hat uns daher einen Text zur Verfügung gestellt.

    Auch möchte ich die Halter bitten, bei unklaren Symptomen einen Amphibienspezialisten aufzusuchen bzw. Probenmaterial wie Tupferproben zu Exomed zu schicken.

    Einleitung
    Im Zusammenhang mit dem weltweit zu verzeichnenden Problem des signifikanten Rückganges der Amphibienpopulationen („amphibian decline“) tritt immer stärker eine Erkrankung in den Mittelpunkt der Diskussion, welche gemeinhin als „Chytridiomykose“ bezeichnet wird und im Verdacht steht, ganze Populationen zu bedrohen oder das Aussterben einzelner Arten verursacht zu haben. Besonders gravierende Bestandseinbrüche im Zusammenhang mit dieser Infektion waren und sind in Australien und Amerika zu verzeichnen, mittlerweile ist die Erkrankung auch in Europa und Afrika aufgetreten und bei weit mehr als 100 Amphibienarten nachgewiesen worden. In den folgenden Ausführungen sollen die wesentlichen, derzeit bekannten Fakten zur Erkrankung kurz erläutert werden.

    Erläuterungen der Mykose:
    Als infektiöses Stadium fungieren die beweglichen Zoosporen, welche entweder von Tier zu Tier über Körperkontakt übertragen werden oder über das Wasser ihren Wirt aufsuchen. PIOTROWSKI et al. (2004) konnten experimentell nachweisen, dass die Sporen jedoch nur eine begrenzte Schwimmfähigkeit aufweisen, diese innerhalb von 24 Stunden verlieren und maximal Distanzen bis zu 2 cm zurücklegen.
    Der Batrachochytrium hat keine Hyphen (fadenförmige Zellen der Pilze). Er ist normalerweise ein Algen- oder Pflanzenparasit, befällt aber auch Weichtiere (Mollusken) wie Schnecken. Bekannt wurde er durch Baumsteigerfrösche aus Südamerika welche mit diesem Pilz infiziert waren, der ganze Populationen ausgerottet hat.
    Dieser Pilz ist daher hoch pathogen! Er hat eine hohe Mortalität (Sterblichkeit infizierter Tiere) von 7 - 31 Tagen. Ein Kontakt tritt meist von Tier zu Tier (Frosch zu Molch oder Schnecke zu Molch) auf. Alle Amphibien können Wirte sein.
    Der Pilz ist allerdings an Feuchtigkeit gebunden und bei Trockenheit kurzlebig (weniger als 24 h). Nur die Sporangien (Behälter, wo die Sporen gebildet werden) überleben auch Trockenheit. Der Erreger mag lieber tiefere Temperaturen (leider wie unsere Amphibien auch). Mit hohen Temperaturen (über 48 °C) kann man ihn abtöten. Der Erreger ist auch PH-sensibel und sein Optimum liegt bei einem PH von 6 - 7.
    Chytridiomykose (Batrachochytrium dendrobatidis) befällt normalerweise Tiere nach der Metamorphose, da diese Tiere mehr Keratin besitzen wo sich der Pilz einnisten kann. Allerdings hat er die höchste Mortalität während der Metamorphose.

    Zur Klinik:
    Dass exogene Stressoren (Klima, Populationsdruck, Transport usw.) den Ausbruch der Krankheit provozieren, lässt sich statistisch bei der Auswertung eigener Daten nachvollziehen. In Terrarien gehaltene Amphibien erkrankten und verendeten zu mehr als 80% nach Änderung der Haltungsbedingungen (intensive Beregnung, Temperaturabsenkung), bzw. nach Transport oder kurz nach dem Erwerb.
    Todesfälle aufgrund einer Bd-Infektion sind bei Amphibienlarven kaum zu erwarten, anders als bei Tieren während oder kurz nach der Metamorphose oder aber bei adulten Amphibien. Die klinischen Anzeichen bei infizierten adulten Tieren sind in der Regel unspezifisch und sehr verschieden. Mitunter verenden befallene Frösche spontan, ohne vorherige Krankheitsanzeichen. In anderen Fällen zeigen sich Farb- oder Pigmentänderungen im Bereich der äußeren Haut, vermehrte Häutungsschübe, Hyperkeratosen (Verdickungen der Hornschicht), Verhaltensänderungen, Apathie, Bewegungsstörungen, Krämpfe usw.. Sekundäre bakterielle oder andere Pilzinfektionen können das Krankheitsbild verstärken, Hautaufbrüche oder Anzeichen von Sepsis („Red leg“) werden beobachtet. Erkranken infizierte Tiere, so verläuft die Infektion meist tödlich.

    Bei spontanen Todesfällen, die nicht alle Tiere des Bestandes treffen können, sollte man hellhörig werden und die toten Tiere zur Sektion zu Exomed schicken!
    Als Nebenbefunde können Fettleber oder Leberdegeneration sowie eine Ödembildung auftreten. Auch eine Nephrose oder Nephritis kann auftreten.

    Diagnostik:
    Die Einfärbung der Präparate mit immunologischen Markern (Immunoperoxidase- Verfahren), welche eine eindeutige Identifikation der Erreger zulässt, ist deshalb sehr vorteilhaft. Auch die Untersuchung von Hautabklatschpräparaten ist so möglich. Als derzeit modernstes (auch als „nicht-invasives“) Verfahren hat sich die PCR („Polymerase-Kettenreaktion“) in Form einer spezifischen „Real Time PCR“ etabliert, die derzeit als diagnostischer „Goldstandard“ gilt. Mit diesem molekularen Verfahren kann auch die Befallstärke eingeschätzt und in kurzer Zeit größere Probenmengen abgearbeitet werden. Als Probenmaterial eignen sich Hautabstriche. Zudem kann die PCR auch bei der Untersuchung von geringvolumigen Wasserproben Verwendung finden (WALKER et al., 2007). Inwieweit die verwendeten PCR-Tests für Bd spezifisch sind, ist aufgrund unzureichender Daten zur inner- und interspezifischen genetischen Variabilität von Chytridiomyceten bislang nicht geklärt.
    So kann zurzeit nicht völlig ausgeschlossen werden, dass „falsch positive“ Befunde bei Vorliegen eng verwandter Pilze aufgrund struktureller Übereinstimmungen in der Erbsubstanz (DNA) auftreten (OHST et al., 2006). Hinzu kommt, dass ein Erregernachweis allein keine Aussage über seine ursächliche Bedeutung bei der Entstehung einer Erkrankung geben kann, da auch latent (ohne klinische Symptome) infizierte Tiere positive Ergebnisse bei der PCR liefern können.

    Hygiene:
    Unabhängig von den geschilderten Problemen stellt der Pilz auch eine Gefahr für Terrarientiere und somit auch für Arterhaltungszuchtprogramme dar. Eigene Untersuchungen haben bestätigt, dass in Terrarienanlagen BD weit verbreitet ist und die derzeit am häufigsten diagnostizierte Verlustursache von Amphibien in menschlicher Obhut in Deutschland darstellt. Obwohl eine Therapie mit verschiedenen Antimykotika möglich ist, kommt die Behandlung deutlich kranker Tiere in der Regel zu spät und kann im günstigsten Fall lediglich den restlichen Bestand schützen. Deshalb ist eine ordnungsgemäß durchgeführte Quarantäne neu erworbener Tiere eine grundlegende Voraussetzung zum Schutz der Bestände. Im Falle des Krankheitsausbruches oder des Nachweises Bd-positiver Tiere dürfen keine Tiere abgegeben werden oder kontaminierten Gegenstände (z.B. Abfälle oder Abwasser) in die Umwelt gelangen. Abfälle und Abwasser sollten entweder stark erhitzt (Kerntemperatur mindestens 60° C) oder chemisch desinfiziert werden (fungizide Desinfektionsmittel).


    Also bitte bei unklaren Todesfällen die Tiere einschicken (www.exomed.de) und auf gute Wasserhygiene achten sowie eine Quarantäne unbedingt einhalten! Exomed steht beratend zur Verfügung. Bei weiteren Fragen könnt ihr Euch auch gerne an die Administration dieses Forum wenden. Wir können Hilfestellung geben, wie man Proben einschickt und später bei der Durchführung der Behandlung Tipps geben.

    © Das Manuskript mit Literaturangaben hat Dr. Mutschmann dem Forum von axolotl-online.de/Axolotlforum/wbb/ zur Verfügung gestellt.
    Liebe Grüße von Christina

    Je ne regrette rien (Edith Piaf)


    EMail: Allmeling@axolotlkolonie.de

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Christina ()

  • Diagnostik und Hinweise Chytridpilz

    Hi,
    da man in letzter Zeit mal wieder vom Chytridpilz liest, hier noch einmal ein paar Hinweise.
    Der Chytridpilz ist gefährlich, aber er lässt sich behandeln. Dennoch sollte man einige Dinge beachten.

    Der Chytridpilz ist nicht nur durch erkrankte Tiere übertragbar sondern auch durch Pflanzen oder darin hängende Schnecken!

    Wenn ihr Euch also Pflanzen holt, dann bitte aus bekannter Herkunft. Möglichst aus Becken in dem keine Tiere leben. Wenn doch, dann fragt bitte, ob es in der Vergangenheit Probleme bei den Tiere oder gar Todesfälle unklarer Ursache gab. Das müssen nicht nur Axolotl sein sondern können auch andere Amphibien oder Fische sein! In diesem Fall würde ich sowohl auf die Tiere als auch auf Pflanzenkauf verzichten!

    Das Selbe gilt selbstverständlich auch für Tiere. Gibt ein Verkäufer keine Auskunft, tretet bitte vom Kauf zurück! Sowohl von Pflanzen als auch von Tieren.
    Es gibt leider auch Tiere, welche Überträger sein können, aber selbst nicht erkranken. Und Pflanzen sieht man eine Keimübertragung auch nicht an. Desinfizieren kann man sie gegen den Pilz nicht.

    Ist man sich nicht sicher ob man sich den Pilz eingeschleppt hat oder möchte bei seinen Tiere den Chytridpilz ausschließen, ist dies jetzt auch mittels PCR und einem Schleimhautabstrich möglich. Es müssen also nicht mehr noch lebende Tiere eingeschickt werden.
    Für die Probenentnahme wird ein steriler Tupfer an der Schleimhaut lang gestrichen, so das Schleimhaut daran hängen bleibt. Die Probenentnahme solle vom Maul, von den Füßen sowie Schwanzspitze, Bauch und Rücken erfolgen. Das Ganze dann in ein steriles Röhrchen ohne Transportmedium und ab zu exomed.de
    Bei dem Begleitzettel bitte angeben: Tupferprobe - Ausschluss Chytridpilz

    Nach einer Woche bekommt man einen Befund.

    Ich habe dies bei meinen Tieren durchgeführt um zu zeigen wie einfach dies ist.
    Auch gut für meine Psyche ^^ und gut für meine Tiere. Ich bin nun auf der sicheren Seite, wenn ich Tiere abgebe;) Da dies kein Akt ist, kann ich dies allen Züchtern nur ans Herz legen.

    Auch wenn Tiere unklare Symptome zeigen (Fressverweigerung, Beläge, massive Verhornungen oder sonstige Veränderungen, sollte man auch den Chytridpilz in Erwägung ziehen.

    Ich habe zum Beispiel eine Probe von einem Andersoni genommen und eine Probe von meinen derzeitigen Nachwüchslern, welche kurz vor dem Auszug stehen. (auch wenn im Befund steht zwei Axolotl ;) )
    Zuerst kommt eine Mail (ca. eine Woche) mit der Diagnostik. Das sieht dann so aus (leider drei Teile da die Mail sehr auseinander gezogen war). Kommt der schriftliche Befund kann ich ihn nochmal neu einscannen.





    Bitte denkt darüber nach, Ich möchte keine Angst machen, aber aufklären und ein wenig sensibilisieren. Und ich gönne jedem so einen Befund, wie er bei meinen Tieren raus kam.

    Video zum Abstrich youtube.com/watch?v=HOoq-UShCmg
    Liebe Grüße von Christina

    Je ne regrette rien (Edith Piaf)


    EMail: Allmeling@axolotlkolonie.de

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Christina ()

  • Keller-Aktion Juli 2011 - Autor Manuela Hess
    Copyright by M. Hess, H. Winter, Ch. Allmeling

    Vorgeschichte:

    Ein Andersoni hatte trübes Auge und Belag – wurde daraufhin mit Formalin behandelt , keine Besserung. Ebenso bei Behandlung mit Gentamycin keine Veränderung zu beobachten.

    Im Juni 2011 verstarb völlig überraschend ein semiadultes Andersonimännchen, die adulten Tiere hatten vermehrt Kiemenpilze und atmeten sehr schnell, weshalb wir uns entschieden haben, einen Abstrich zu Exomed zu schicken. (Sammeltupfer Andersoni Bakteriologie & Chytridpilz).

    Das Ergebnis vom 29.06.2011:

    Batrachochytrium dendrobatidis positiv,
    Micrococcus sp. +++
    Pseudomonas alcaligenes +++

    Da eine Verschleppung durch Schläuche etc. nicht ausgeschlossen werden kann, werden alle Tiere & Becken im Keller behandelt. Hierbei handelt es sich um 7 Becken mit insgesamt 4 Andersoni, 5 semiadulten Axolotl und 14 adulten Axolotl.
    Wir entschlossen uns nach Rücksprache mit Christina und unserem Tierarzt zu einer Behandlung wie folgt:

    Chytridpilz: 0,01% Itraconazol als 15 minütiges Bad täglich über 10 Tage Behandlungsdauer
    Bakterienbefall: Tetracyclin 10 mg/L als Dauerbad über 7 Tage

    Also auf zu IKEA, 13 Salmaboxen kaufen.

    Der Tierarzt bestellte unterdessen Itrafungol, ein Medikament mit 50 mg/ml Itraconazol (eigentlich gegen Ekzeme bei Katzen) sowie Tetracyclinhydrochlorid 25% in Pulverform.

    Für das Dauerbad wurden 20g des Tetracyclinpulvers in 200ml abgekochtem und abgekühltem Wasser gelöst. 2ml dieser Lösung ergeben in 5 L Wasser eine Konzentration von 10mg/L Wirkstoff.
    0,5ml Itrafungol/ 5L Wasser ergibt eine 0,01%ige Lösung.

    04.07.2011
    Im Erdgeschoss leben noch 10 Axolotl in einem 150x50x50 Aquarium und 3 Tiere in einem 80x35x40 Becken (wovon ein weibliches Tier momentan in aufgesalztem Wasser bei 4°C sitzt, da sie sehr rund ist, aber ansonsten keine Stressadern oder gerötete Kiemen zeigt und sowohl frisst als auch ausscheidet).
    Es gibt keine Auffälligkeiten im Becken, aber da die Kellertiere positiv auf Batrachochytrium dendrobatidis getestet wurden wird heute ein Abstrich zu Exomed geschickt.

    08.07.2011
    Die Tiere werden in 15 Minuten in Itraconazol gebadet und anschließend je nach Größe einzeln, in 2er Gruppen oder in 3er Gruppen in Boxen mit Tetracyclin umgesetzt.
    Das Umsetzen bereitet den Tieren zwar Stress, die Medikamente werden jedoch augenscheinlich gut vertragen.

    09.07.2011
    Behandlung der Tiere wie oben. Ein Andersonimann krampft mäßig in Itraconazol, Tetracyclin wird gut vertragen.
    Die Einrichtungsgegenstände werden aus den Aquarien entfernt. Höhlen und Steine werden zum Abkochen gesammelt, Kies im Becken gespült und anschließend bei 200°C = 1 Stunde ausgebacken. Die Pflanzen, Fische und Schnecken kommen in ein Dauerbad 0,01% Itraconazol, welches regelmäßig umgerührt wird. Die restlichen Gegenstände (Pumpen, Kescher, Schläuche …) werden in einem Desinfektionsbad (ca. 0,5mg Benzalkoniumchlorid pro Liter, enthalten in Sagrotan) eingeweicht.

    Der Versuch, das Beckenwasser durch Kochen zu desinfizieren, wurde abgebrochen, da etwa 1000L Wasser -> zeitlich und energietechnisch ein utopisches Unterfangen.

    10.07.2011
    Behandlung der Tiere wie oben, der Sonimann krampft noch immer leicht in Itraconazol, Tetracyclin wird weiterhin gut vertragen.

    Die Becken werden mit Sagrotan versetzt, so dass eine Benzalkoniumchlorid-Konzentration von etwa 0,5mg/L Beckenwasser entsteht. Nach einer Einwirkzeit von 12 Stunden wird der Beckeninhalt abgelassen und die Becken zur weiteren Reinigung in den Hof geschafft. Dort wird mittels Gartenschlauch eine Grobreinigung vorgenommen, anschließend mit Zitronensäure mehrfach gewischt und anschließend wieder mit Gartenschlauch gründlich gespült.
    Die Höhlen und Steine werden gekocht, die Gegenstände im Desinfektionsbad umgerührt, ebenso die Pflanzen.
    Sowohl Schnecken als auch Fische scheinen das Itraconazol gut zu vertragen.

    11.07.2011
    Behandlung der Tiere wie oben. Der Sonimann krampft im Itraconazol heftiger und windet sich auch nach dem Umsetzen in das Tetracyclin-Dauerbad. Es hat den Anschein, dass er versucht, sich mit dem linken Vorder- und Hinterbein an den linken Kiemenspalten zu kratzen. Nach 15minütiger Beobachtung wird das Tier in klares Wasser gesetzt um zu sehen, ob es sich dort beruhigt. 60 Minuten später sitzt er entspannt und gerade. Nach weiteren 30 Minuten kommt der Sonimann wieder in das Tetracyclin-Dauerbad und fängt sofort wieder an zu krampfen. Nach 10minütiger Beobachtung tritt keine Besserung ein, er wird wieder in klares Wasser umgesetzt.

    Die restlichen Tiere vertragen die Behandlung anscheinend gut. Die Andersonis sind unruhiger als die Axolotl. In wie weit das allerdings an den Medikamenten liegt lässt sich nicht sagen.

    12.07.2011
    Die in Desinfektionslösung (Sagrotan) eingeweichten Gegenstände werden sorgfältig mit klarem Wasser gespült. Sowohl den Fischen als auch den Schnecken geht es augenscheinlich gut.

    Behandlung der Tiere wie oben. Der Sonimann saß über Nacht in klarem Wasser. Im Itraconazol krampft er erneut, allerdings weniger als gestern. Beim erneuten Versuch im Tetracyclin-Dauerbad sitzt er zwar noch verkrampft, windet sich aber nicht. Nach 60 Minuten sitzt er gerade und entspannt im Dauerbad.

    Das Ergebnis der Erdgeschoss-Lotls:

    Batrachochytrium dendrobatidis positiv

    Somit geht die Aktion wieder von vorne los. Wir haben uns entschlossen, die Tiere, ebenso wie die Kellertiere sowohl mit Itraconazol als auch prophylaktisch mit Tetracyclin zu behandeln.

    13.07.2011
    Behandlung der Tiere wie oben. Der Sonimann krampft in Tetracyclin nur sporadisch bei Stress (z.B. Bewegen der Box), in Itraconazol nicht. Die restlichen Tiere vertragen beide Medikamente gut. Dem Tetracyclinbad wird ab heute Salz (1TL/10L) zugegeben, um die Nieren der Tiere zu entlasten.

    Im Keller sitzen noch diverse Nachzuchten von 1,5 bis 15cm Größe. Diese Tiere werden ab heute für 10 Tage mit Itraconazol 0,005% als Dauerbad behandelt. Die Larven werden weiterhin gefüttert und haben heute sowohl Artemien (die Kleinen) als auch Pellets (Tiere ab 5cm) gut gefressen. 3 Tiere zeigen nach etwa 30 Minuten Reaktionen: ein 15cm Tier krampft leicht und ist sehr unruhig, 2 ca. 6cm große Tiere (welche gerade regenerieren) zeigen deutlich Stressadern und strecken die Beine nach oben. Nach 2 bis 3 Stunden beruhigen sich die Tiere langsam.

    Nach einer weiteren Shoppingtour bei IKEA sitzen nun auch die Erdgeschoss-Lotls im Keller und werden mit Tetracyclin-Dauerbad sowie Itraconazolbad für 15 Minuten in den anfangs erwähnten Konzentrationen behandelt. Keine Auffälligkeiten im Verhalten der Tiere.

    Somit werden momentan Tiere in 51 Boxen behandelt.

    14.07.2011
    Behandlung der Tiere wie gestern beschrieben.
    Die Kellertiere bekommen somit ihr letztes Tetracyclin-Dauerbad. Der Sonimann sitzt entspannt in Tetracyclin und krampft noch mäßig in Itraconazol. Alle Tiere sind aktiver und wehren sich mehr beim Umsetzen aus dem Itraconazol.
    Das Dauerbad mit Tetracyclin und Salz ist bei den Kellertieren sehr viel `versiffter´ (trübe und dreckig) als bei den Erdgeschoss-Lotls. Vermutlich löst sich bei ihnen durch die 5 Tage längere Behandlung mehr Haut/Schleimhaut und der Kot ist wegen der durch Tetracyclin abgestorbenen Darmbakterien verändert.

    Die Erdgeschosslotls zeigen keine Auffälligkeiten und scheinen die Behandlung gut zu vertragen.
    Die Larven zeigen nach dem Wechseln des Dauerbads keine ungewöhnlichen Reaktionen und fressen problemlos sowohl Artemien (die Kleinen) als auch lebende rote Mückenlarven (Tiere ab 5cm).
    Sowohl Artemien als auch rote Mückenlarven überleben 0,005% Itraconazol für mindestens 3 Stunden.

    15.07.2011
    Behandlung der Tiere wie gestern beschrieben.
    Die adulten Kellertiere bekommen nach nunmehr 7 Behandlungstagen, außerhalb des Itraconazol-Kurzbades, nur noch leicht aufgesalzenes Wasser (1 Teelöffel auf 10 Liter Wasser).
    Die Andersoni bekommen noch einen Tag länger Tetracyclin. Im Itraconazol-Bad über 15 Min. krampft der Sonimann weiterhin. Alle Tiere sind weiterhin aktiv und wehren sich beim Umsetzen aus dem Itraconazol wie Tags zuvor. Die Boxen sind vor dem Itraconazol wieder ziemlich verunreinigt.

    Die Erdgeschoss-Axolotl sind ebenfalls weiter unauffällig und scheinen die Behandlung gut zu vertragen.
    Die Larven zeigen nach wechseln des Dauerbads keine ungewöhnlichen Reaktionen und fressen problemlos sowohl Artemien (die Kleinen) als auch lebende rote Mückenlarven (Tiere ab 5cm).

    16.07.2011
    Alle Kellertiere bekommen nur noch Salz (1TL/10L) als Dauerbad, weiterhin 15 minütiges Itraconazol-Intensivbad.
    Die Verunreinigungen in den Boxen vor Intensivbad nehmen bei den Kellertieren ab.
    Nach dem Umsetzen in Salzdauerbad wird Hühnerleber (in feine Streifen geschnitten) angeboten, ein Tier (Harlekin männlich) verweigert anfänglich, nimmt per Handfütterung dann später doch an. Die anderen Tiere fressen problemlos, bei den Andersoni wird nach 30 Minuten das Wasser erneut gewechselt, da sie durch die Suche nach weiterem Futter sehr unruhig sind.

    Die Erdgeschoss-Tiere sind weiterhin unauffällig, ebenso die Larven.

    17.07.2011
    Behandlung der Kellertiere wie gestern. Es erweckt den Eindruck, dass bei allen Kellertieren außer bei 2 Andersoni die Kiemen buschiger und gesünder aussehen. Diese beiden Andersoni werden auch morgen noch in Itraconazol gebadet.
    Die Hühnerleber wird vom Harlekinmann sowie vom (noch schwach in Itraconazol krampfenden) Sonimann verweigert, alle anderen Tiere fressen problemlos.
    Die Boxen der Erdgeschoss-Lotls sind vor Umsetzen ins Itraconazol verunreinigter und trüber. Die Tiere sind im Itraconazol aktiver und beginnen, sich beim Umsetzen zurück ins Dauerbad zu wehren. Evtl. tritt eine Toleranz / Gewöhnung gegenüber dem Wirkstoff ein.
    Die Larven fressen nach wie vor Artemien, lebende Mückenlarven sowie Pellets und zeigen keine Auffälligkeiten.

    18.07.2011
    Alle Boxen der Kellertiere sind durch die gestrige Fütterung mit Hühnerleber sehr dreckig .
    Die Keller-Axolotl bekommen nur Wasserwechsel mit Dauerbad-Salzkonzentration (1TL/10L).
    Die Sonis werden alle noch für 15 Minuten in Itraconazol gebadet. Der Sonimann krampft kaum noch, ein Soniweibchen schlägt in Itraconazol vermehrt mit den Kiemen und atmet durch den geöffneten Mund. Die Kiemen der beiden Andersoni sehen im anschließenden Salz-Dauerbad heute besser aus.
    Die EG-Lotls erhalten die gleiche Behandlung wie gestern. Die Boxen sind auch heute sehr verunreinigt. Ein Weißling (Küche) hat einen Verbiss? Am Schwanz, ein anderer Weißling eine leichte Einblutung am oberen Schwimmsaum, wird beobachtet.
    Die Larven und juvenilen Tiere fressen nach wie vor sehr gut und zeigen keine Auffälligkeiten.

    19.07.2011
    Die Keller Axolotl sitzen ab heute in frischem Wasser ohne Salz. Ein Tier wurde verbissen, und in eine Extrabox gesetzt, somit sind es nun 52 Boxen.
    Die Andersoni sind noch sehr unruhig, atmen viel durch den offenen Mund und ein Andersoni hat einen kleinen Pilz an einem Zeh. Sie sitzen in Dauersalzbad. Der krampfende Soni wird etwas ruhiger, ist aber sehr schreckhaft und beginnt dann wieder zu krampfen.

    Die Erdgeschosslotl bekommen heute ihr letztes Antibiotikabad. Die Boxen waren heute weniger verschmutzt als gestern. Die Tiere werden aggressiver, es gab einen erneuten Verbiss bei dem Weißling. Sie scheinen Hunger zu haben, schnappen auch beim Umsetzen nach den Fingern.
    Itraconazol wird weiterhin gut vertragen.


    Die Larven und juvenilen Tiere sind weiterhin unauffällig, fressen gut und vertragen das Itraconazol-Dauerbad anscheinend gut.
    Das Wohnzimmerbecken wird geleert, der Kies entfernt und der Filter (Außenfilter JBL CristalProfi 500) sowie der daran angeschlossene Kühler (Aquamedic 150) mittels Eimer mit Itraconazollösung bis morgen gespült. Die Pflanzen befinden sich ebenfalls in Itraconazollösung.
    Die Pflanzen aus den Kellerbecken wurden heute aus dem Itraconazolbad genommen und anschließend noch mit Kaliumpermanganatlösung behandelt.
    Die Fische haben das Itraconazolbad gut verkraftet, ebenso die Apfelschnecken, Blasenschnecken sowie 2 der 3 Teichposthörner. Die Sumpfdeckelschnecken sind noch eingedeckelt, somit ist hier noch keine Aussage möglich.

    Die Kellerbecken wurden teilweise wieder an ihren Standort gebracht und mit den bei 60°C in der Waschmaschine (ohne Waschmittel, nur mit OxiClean) gewaschenen HMF-Filtermatten bestückt.

    20.07.2011
    Die Kellerlotl sitzen weiterhin in klarem Wasser, es sind keine Auffälligkeiten erkennbar.
    Die Andersoni werden in klares Wasser gesetzt, da morgen der Kontrollabstrich zu Exomed geschickt wird. Sie verhalten sich wie gestern.
    Die Erdgeschosslotl sitzen seit heute in in Dauersalzbad (1TL/10L) und bekommen noch 2 Tage 10minütige Itraconazolbäder. Kein auffälliges Verhalten erkennbar.
    Die Larven und juvenilen Tiere sitzen noch 2 Tage im Itraconazol-Dauerbad und zeigen weiterhin das gewohnte Verhalten.
    Das Wohnzimmerbecken wird komplett mit Zitronensäure-Lösung ausgewischt (mehrfach damit gespült und einwirken lassen), danach mit klarem Wasser nachgespült und anschließend trocken gewischt.
    Der Filter sowie der daran angeschlossene Kühler werden 1 Stunde mit Zitronensäurelösung gespült und anschließend eine weitere Stunde mit klarem Wasser. Danach wird der Filter abgebaut. Die Filtermatten sowie die Biobälle werden in der Waschmaschine bei 60°C gewaschen. Die Tonröhrchen werden ausgekocht und der komplette Filter mit heißem Wasser gereinigt. Alles wird bis morgen trocken gelagert.
    Die restlichen Kellerbecken werden (bis auf das Andersonibecken, da hier der Abstrich abgewartet wird) aufgebaut und mit den gewaschenen HMF-Matten in den Eckfiltern bestückt. (Diese werden teils mit neuen, teils mit desinfizierten Strömungspumpen versehen.) Je Becken werden 3 cm Bodengrund eingebracht (teils CoralBeach ausgebacken, teils neuer Kies 0,8-1,2mm) und mit Wasser aufgefüllt.

    21.07.2011
    Die Kellertiere sind bis auf die Andersoni und ein verbissenes Weißlingsweibchen wieder in die Becken gezogen. (Auf einen Kontrollabstrich wird hier verzichtet, da es bei den Kelleraxolotl auch keinen Anfangsbefund gab.)
    Von den Andersoni wird ein Kontrollabstrich sowohl auf Cytridpilz als auch auf aerobe/anaerobe Keime zu Exomed geschickt.
    Zwei der Tiere sehen gut aus (u.a. das krampfende Männchen, welches zwar noch hektisch ist, aber sich nicht mehr windet), die anderen zwei Tiere haben verklebte Kiemen und machen allgemein einen weniger guten Eindruck.
    Die Andersoni werden 20 Minuten in Intensivsalzbad gesetzt (1TL/1L). Das Männchen mit den verklebten Kiemen verliert hier etliche Kiemenhärchen. Die beiden angeschlagenen Tierchen kommen dann in Dauersalzbad, die fitteren Tiere in klares Wasser. Alle Tiere fressen Pellets.


    Die Erdgeschosslotl werden wie gestern behandelt und bekommen nach Itraconazol jeweils 3 Pellets. Alle Tiere fressen.
    Sowohl die Kellerlotl als auch die Erdgeschosslotl sowie die Sonis fühlen sich beim Umsetzen `glitschiger´an und sind aktiver. Bei den juvenilen Tieren ist keine Veränderung der Haut spürbar, allerdings sitzen diese Tiere auch in 0,005% Itraconazol-Dauerbad, während die adulten Tiere ja mit 0,01% für 10 Minuten/Tag behandelt wurden und zusätzlich 7 Tage in Tetracyclin-Dauerbad saßen.
    4 Larven lagen tot in 2 verschiedenen Boxen. Die Behandlung wird daraufhin abgebrochen und die Babys in klares Wasser umgesetzt. Die verbleibenden Larven fressen weiterhin gut.

    22.07.2011
    Die Kellerbecken werden fertig eingerichtet (Höhlen und Pflanzen). Die Tiere zeigen keine Auffälligkeiten.
    Die Andersoni werden wie gestern gebadet. Das Männchen verliert keine Kiemenhärchen mehr.
    Die Erdgeschosslotl bekommen das letzte Itraconazol-Intensivbad und zeigen ebenfalls keine Auffälligkeiten. Das WZ-Becken wird mit 40 kg CoralBeach und klarem Wasser gefüllt und der Filter wird angeschlossen.
    Es sind wieder je 2 tote Larven in 2 verschiedenen Boxen, ebenso eine ca. 3 cm Sonilarve. Daraufhin wird die Behandlung bei den < 10cm Tieren einen Tag früher als geplant beendet und die Tiere in klares Wasser umgesetzt.
    Schnecken und Fische ziehen in ein 40x20x20 Becken mit Bodengrund und klarem Wasser. Die Apfelschnecken sowie die Teichposthörner scheinen die Behandlung mit Itraconazol gut verkraftet zu haben. Die Sumpfdeckelschnecken kommen teilweise aus den Häusern, leben also noch. 2 Kardinälchen sind im Eimer gestorben, ob es an der Behandlung oder schlechten Wasserwerten lag lässt sich nicht sicher sagen.

    23.07.2011
    Kellerlotls sehen in ihren Becken gut aus, benehmen sich unauffällig.
    Die Sonis wurden wie gestern behandelt, keine Veränderung feststellbar.
    Die Erdgeschosslotl werden in klares Wasser umgesetzt, übermorgen erfolgt der Kontrollabstrich auf Chytrid, welcher zu Exomed geschickt wird.
    Eine tote Larve in einer Box, alle anderen Larven fressen gut. Die juvenilen Tiere werden in klares Wasser umgesetzt und beenden nach 10 Tagen das Itraconazol-Dauerbad. Es sind keine Veränderungen oder Auffälligkeiten feststellbar.
    Den Fischen und Schnecken geht es weiterhin gut, die Sumpfdeckelschnecken sind noch alle am Leben.

    24.07.2011
    Die Sonis werden wie gestern behandelt. Die Boxen (vor dem Salz-Intensivbad) sind sehr trüb.
    Die Küchenlotl sind wieder in ihr Aquarium gezogen.
    Die WZ-Lotl fressen gut.
    Eine tote Larve in derselben Box wie gestern und die Tage davor. Die restlichen Larven fressen gut und sind unauffällig.
    Fischen und Schnecken geht es gut.
    Das dicke Lotl (die Tonne) wird für 15 Minuten in Salz-Intensivbad gesetzt und frisst danach erstmals 3mm Pellets (4 Stück).

    25.07.2011
    Kontroll-Sammelabstrich der Axolotl an Exomed.

    03.08.2011
    Ergebnis:



    Eine ergänzende Dokumentation bzgl. der Andersoni ist in Arbeit.
    Viele Grüße, Hartmut

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Manuela ()

  • Desinfektion von Chytrid-infiziertem Beckenwasser

    Dabei sind wir wie folgt vorgegangen:

    500 ml Sagrotan enthalten 5,925 g Benzalkoniumchlorid sowie weitere wirksame Stoffe.

    Sagrotan / Liter Wasser

    5,925 g auf 100 Liter
    0,5925 g auf 10 Liter
    0,05925 g auf 1 Liter
    59,25 mg auf 1 Liter

    Eine Amphibienbehandlung geschieht über 6 Behandlungstage, während derer die Tiere jeweils 15 Min. im Kurzbad sitzen.
    Kurzbaddosierung = 0,2 mg pro 1 Liter Wasser über 15 Min. Ergibt über 6 Tage eine Behandlungsdauer von 90 Minuten.
    (Nebenbei. Wir raten aber zur Behandlung mit Itraconazol!)

    Wir haben pro 1 Liter zu entsorgendem Beckenwasser = 59,25 mg über 12 Std. eingesetzt. Daher gehen wir von einer vollständigen Abtötung aller vorhandenen Pilze nebst Sporen aus.

    Diese Vorgehensweise bezieht sich nur auf die Wasserdesinfektion und keinesfalls auf Einrichtungsgegenstände wie Kies, Schläuche, Höhlen usw. Zur Tierbehandlung darf dies unter keinen Umständen Anwendung finden! Dadurch erspart man sich das Abkochen, wobei wir sehr stark bezweifeln, dass dies trotz Empfehlung von den Haltern so praktiziert wird.

    Warnhinweis. Bei manchen Menschen löst Sagrotan eine Allergie aus. Weitere Warnhinweise auf der Flasche des Allzweck-Reinigers.
    Viele Grüße, Hartmut

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Hartmut ()

  • Ich möchte mal wieder auf den Chytridpilz Batrachochytrium dendrobatidis hinweisen. Gerade zur Zeit geht dieser Pilz beistig um.

    Aus diesem Grund möchte ich auch auf die Gefahr des Pilzes hinweisen! Man kann ihn sich mit allem einschleppen (Pflanzen, Schnecks, Garnelen usw.) und keiner ist davor sicher. Mit einem verseuchten Tier kann man einen ganzen Bestand infizieren, auch mit abgegebenen Pflanzen, welche aus einem Becken stammen, in dem Tiere infiziert sind. Eine Wässerung der Pflanzen oder Alaunbehandlung reicht nicht aus um den Pilz zu eliminieren!!!!

    Gerade Leute, die Tiere zur Abgabe nachziehen, sollten ihren Bestand auf den Pilz untersuchen. Es ist kein Beinbruch und ein trockener Tupfer ist schnell abgenommen. Kommt ein negativer Befund ist man sicher, dass die Abgabetiere gesund sind und den Pilz nicht tragen.
    Ich händel das jedes Jahr so, und dies ist sehr gut für mein OM und Gewissen. So bin ich mir immer sicher, dass meine Abgabetiere gesund sind oder wie ich im positiven Fall handeln/behandeln muss. Es macht sich auch immer gut, wenn man bei den Abgabetieren auf einen negativen Chytridtest (also kein Chytrid im Bestand) hinweisen kann!

    Hinweise auf den Chytridpilz sind: plötzlich dunkle Flecken auf der Schleimhaut, schwarze oder bräunliche Verfärbungen unten an der Kloake (sieht man gut bei hellen Tieren), welche sich ausdehnen, schwarze Fußsohlen (nicht dunkle Zehenspitzen, die sind normal), dunkle Verfärbungen an der Unterseite des Schwimmsaumes, plötzlich ein schwarzer Strich am Maul (Richtung Zahnreihe), Immunschwäche wie vermehrte bakterielle Infektionen, vermehrte Pilzbildungen an den Kiemen, immer wiederkehrende Beläge, die vorher nie da waren, Medikamente schlagen nicht an usw.

    Für den Chytridpilztest benötigt man einen trockenen Tupfer und ein steriles Röhrchen. Die Tupferprobe nimmt man vom Maul, Bauchunterseite, Kloake, Fußsohlen und Schwanzunterseite. Tupfer eintüten und zu exomed.de senden. Im Begleitzettel Tupferprobe ankreuzen und PCR Batrachochytrium dendrobatidis.
    Der Befund ist dann meistens in einer Woche da und man weiß Bescheid.

    Dieser Test ist wirklich sehr wichtig und wenn man hier spart, spart man am falschen Ende!
    Liebe Grüße von Christina

    Je ne regrette rien (Edith Piaf)


    EMail: Allmeling@axolotlkolonie.de
  • Hi
    nochmal hochschubs.
    Die nächsten Bestände sind nach einer Behandlung nun sicher Chytridfrei oder waren es laut Test schon. Das ist doch ein schönes Gefühl :)

    Also nochmal die Bitte. Wer Tiere abgibt oder züchtet oder Pflanzen oder Schnecken abgibt, testet bitte Euren Bestand. Es ist unfair Tiere nicht getestet ab zu geben und andere Bestände zu gefährden. Und es ist echt blöd wenn man die neuen Besitzer benachrichtigen muss, wenn dann doch was auf tritt. Neue Besitzer haben sicher Geduld und warten bis ein Test vorliegt und sind sicher auch glücklich wenn man ein negativen Befund (also Chytidfrei) mit liefern kann.

    ich wünsche mir, das dieses Forum sich der Gefahr bewusst wird, bzw die Leute sensibilisiert werden und genau auf ihre Tiere achten. Dazu gehört leider auch der Amphibien gefährdende Chytridpilz.
    Wäre doch toll wenn hier die User alle von sich behaupten könnten, sich der Gefahr bewußt zu sein und zu testen.
    Das machen gewissenhafte Fellnasenzüchter ja auch. Auch Reptilienzücter gucken das ihre Bestände frei sind von ansteckenden Krankheiten.
    Warum also bei unseren Lieblingen am falschen Ende sparen?
    Ein Wunsch von mir wäre ein Chytrid freies Forum!

    Also bitte auch alle Neulinge auf die Gefahr hinweisen.
    Liebe Grüße von Christina

    Je ne regrette rien (Edith Piaf)


    EMail: Allmeling@axolotlkolonie.de
  • Für die die nicht wissen mit was man tupfert:


    und hier ein Video (am Beispiel eines Frosches) wie man richtig tupfert: youtube.com/watch?v=Ip-urLMLK9k
    also nicht so zaghaft sonst bleiben keine Zellen hängen;) aber auch nicht so stark, dass man die Schleimhaut verletzt.
    Liebe Grüße von Christina

    Je ne regrette rien (Edith Piaf)


    EMail: Allmeling@axolotlkolonie.de

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Christina ()