Angepinnt Diskussionsbeiträge zum Thema "Keks"

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Hi.

      Wenn ich die Kekse durch Inzucht von dem Defekt befreien will, mische ich den "schwarzen Peter" doch zweimal in den Stapel. Aber ich hole nichts dabei heraus.


      Du erhöhst durch diese intensivere Inzucht die Wahrscheinlichkeit auf den schwarzen Peter zu treffen um ihn dann auszuselektieren,Tiere die kränkeln haben ihn und Tiere die gesund bleiben nicht.
      Auf diese Art und Weise werde ich ihn Generation für Generation mehr los bis er nicht mehr auftaucht.

      Würde ich nun einen gesunden Lotl mit einkreuzen, würde das "schwarze Peter Gen" schwächer und bei der nächsten Einkreuzung nochmalig ..

      Klar würde man das Problem auch (vorerst) auf diese Weise beseitigen aber durch das dazumischen neuer Gene bleibt immer noch die Gefahr das ich den Defekt trotzdem rezessiv mitschleppe und er in späteren Generationen wieder auftaucht.
      Wie gesagt durch einkreuzen wirst du den Defekt nicht los,du verwässerst ihn nur und er taucht seltener auf aber er ist immer noch da. ;)
      Jetzt verständlicher? 8)


      Zum Thema rote Mülas.

      Wie gesagt meine Vermutung liegt jetzt nicht nur allein bei der roten Müla sondern auf ihrem Darminhalt. ;)
      Wenn die verwendeten lebenden Mückenlarven aus irgendeiner Zuchtstation stammen könnte es doch sein das sie über das Futter möglicherweise Inhaltsstoffe zu sich nehmen die in der Konzentration vielleicht nicht im normalem Feld-Wald-und Wiesentümpelfutter zu finden sind.
      Und vielleicht ist in den anderen Futtermitteln für die Mülas genau der Stoff der den Keksen in der normalen Axolotlernährung fehlt oder zu gering vorhanden ist.

      Und zum Thema mischerbig züchten.

      Wenn ich das richtig verstanden habe gibt es doch schon Axolotl die mischerbig auf Keks sind.
      Hat die schon jemand untereinander verpaart um das Merkmal Keks wieder herauszukitzeln?

      Wenn ja,wie entwickeln sich die Tiere?
      Kränkeln sie?Wachsen sie normal?

      Wenn sie sich normal entwickeln wäre das ja schon mal ein Hinweis auf eine mögliche Verarmung der Linie durch Generationenlanges züchten mit ein und denselben Tieren.


      Gruß

      Dirk
      "Menschen sind eine faszinierende Spezies,in einem Universum voller Wunder haben sie es tatsächlich geschafft die Langeweile zu erfinden!" :smok:

      Terry Pratchett
    • jup, jetzt habe ich es verstanden ... und die lange Leitung gefunden ;) Ich bin nicht auf die Idee gekommen, die kränkelnden Tiere auzusortieren - bei mir wird alles gepäppelt was mich anschauen kann *bg*
      Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand

      Arthur Schopenauer
    • Hi Czaky,
      du schreibst:
      Du erhöhst durch diese intensivere Inzucht die Wahrscheinlichkeit auf den schwarzen Peter zu treffen um ihn dann auszuselektieren,Tiere die kränkeln haben ihn und Tiere die gesund bleiben nicht

      Ich, die ja nun so gar keine Ahnung hat sich aber gerne einmischt um es erklärt zu bekommen, meine aber gelesen zu haben, dass viele Kekse lange Zeit fit und gesund erscheinen und keine Probleme machen und dann ganz allmählich immer schwächlicher und anfälliger werden. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, war das bei Lottis Keks doch so, dass er längere Zeit gar keine Probleme gemacht hat und von anderen Keksenhab ich das auch schon gelesen. Dann könnte man doch gar nicht früh genug diesen schwarzen Peter unter den Keksen rausfischen und läuft dann doch wieder Gefahr mit einem Lotl weiterzuzüchten der erst keine Auffälligkeiten zeigt und dann vielleicht Monate später eben auch mit den genannten Symptomen anfängt?!
      Liebe Grüße

      Carina
    • Hi Alexd,
      bei den Kreuzungen der Österreicher mit den anderen Keksen verhält es sich gleich. Ein paar starten durch und ein paar bleiben zurück.
      Lottis Kekse hatten eine völlig andere Bakterienpopulation als Tinas ;)
      Keksmischlinge verhalten sich wie Lotl. Sie sind also unauffällig soweit mir bekannt ist. Viele davon gibt es aber nicht. Jedenfalls nicht von mir.Was die Vitaminisierung an geht. Ich hatte zwischenzeitlich mal Vitaminangereicherte Frostmülas versucht. War teuer, aber bei den Keksen bliebt es wie vorher. Nur die Lotlnachzuchten sind durchgestartet wie hulle.
      Zu den Verbissen der Kekse in der Kinderstube. Diese kommt bei Reinzucht-Albinos auch vor.
      Ich möchte dies hier auch nicht als Outing sehen, sondern als Diskussionsgrundlage. Warum ich keine Kekse mehr züchte, habe ich schon länger im Forum geschrieben.

      Liebe Grüße von Christina
      Liebe Grüße von Christina

      Je ne regrette rien (Edith Piaf)


      EMail: Allmeling@axolotlkolonie.de
    • Es ist ja verständlich das man am liebsten alle retten möchte aber grade durch solche Mitleidstaten fördert man häufig auch die Anfälligkeit der resultierenden Nachkommen solcher Tiere.
      Bei der Zucht muss es wie in der Natur sein:survival of the fittest! 8)
      Auch da erreichen nur die gesündesten und kräftigsten Tiere die Geschlechtsreife und geben ihre Gene an die nächste Generation weiter.
      Wer kränkelt fliegt vorher raus oder kommt seltener zum Zuge.

      Bei meinen Krallenfröschen mache ich das nicht anders,ich ziehe erstmal relativ viele Larven auf,picke mir die sich besten entwickelnden raus und der Rest ist optimales Lebendfutter für die Alttiere.
      In der Natur fällt ja auch ein Teil des Nachwuchses der eigenen Art zum Opfer.


      Gruß

      Dirk
      "Menschen sind eine faszinierende Spezies,in einem Universum voller Wunder haben sie es tatsächlich geschafft die Langeweile zu erfinden!" :smok:

      Terry Pratchett
    • @Carina

      Von der Gendefekt-Theorie bei den Keksen bin ich schon lange ab,das war nur nochmal zur Erklärung wie ich das mit dem "schwarzen Peter aussortieren" meinte. ;)
      meine aber gelesen zu haben, dass viele Kekse lange Zeit fit und gesund erscheinen und keine Probleme machen und dann ganz allmählich immer schwächlicher und anfälliger werden.


      Ich finde grade das legt doch die Vermutung nahe das irgendwas in der Nahrung fehlt was über einen längeren Zeitraum zu Problemen führt,oder?
      Vielleicht ist ja an die Färbung Keks irgendein Mangel/höherer Bedarf beispielsweise einer Aminosäure gekoppelt die bei erhöhter Verfütterung von Futtermittel XY ausgeglichen werden kann?

      Gruß

      Dirk
      "Menschen sind eine faszinierende Spezies,in einem Universum voller Wunder haben sie es tatsächlich geschafft die Langeweile zu erfinden!" :smok:

      Terry Pratchett
    • Ok, das widerrum klingt für mich schon plausibel. Nur: Wie bekommt man raus, ob Keks XY was anderes benötigt als zb. Wildling XY? Christina schreibt ja zb. dass sie sehr abwechslungsreich füttert und trotzdem gibt es zu den "eher Pellet-Fütterern" keine Unterschiede in der Gesudnheit der Kekse.

      Dieser Satz von Alex:

      Kann eine Hybridform auch dazu führen, dass für einen Axolotl bekannte Bakterien nicht mehr vom Immunsystem erkannt werden, sich also effektiver ausbreiten können?


      erscheint mir auch noch sehr lohnenswert in die Richtung zu "forschen". Kann ja sein, dass das Immunsystem der Kekse so ganz anders sind und es aus dem Grund gegen die normalen Bestandskeime die auf Lotln normal vorkommen nicht ankämpfen kann, weil es sie gar nicht kennt.
      Liebe Grüße

      Carina
    • @Christina,
      Ich möchte dies hier auch nicht als Outing sehen, sondern als Diskussionsgrundlage. Warum ich keine Kekse mehr züchte, habe ich schon länger im Forum geschrieben.

      da hst du mich verkehrt verstanden, es ging bei dem "Outing" nur um die Fütterung und natürlich ist das eine Diskussionsgrundlage ohne die wir hier nicht diskutieren könnten. War vielleicht blöd formuliert :S

      da ich selber keinen Keks habe und damit auch keine Kekse züchte, kann ich mich nur mit vielen Fragen und Ideen aber wenig Fakten an der Diskussion beteiligen. Und glaube mir, ich halte mich noch mit Fragen zurück ;)
      Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand

      Arthur Schopenauer
    • Hi.

      Keksmischlinge verhalten sich wie Lotl. Sie sind also unauffällig soweit mir bekannt ist.


      Das die Mischlinge nicht auffällig sind liegt wahrscheinlich am Heterosiseffekt aber wie sieht es aus wenn du die
      Kekse wieder rauskreuzt?
      Wenn die aus der Mischlingsverpaarung resultierenden Kekse eine normale Entwicklung zeigen könnte das auch wieder ein weiteres Puzzleteil für Günters Theorie der Linienverarmung sein.

      Wie bekommt man raus, ob Keks XY was anderes benötigt als zb. Wildling XY?


      Wie wär`s zB. mit zwei Kontrollgruppen,die eine wird gefüttert wie bisher und die andere wie Günters(müssen ihm halt nur noch liebevoll ein paar weitere Infos aus der Nase popeln :rolleyes: ),bisher wissen wir ja nur"ausschliesslich Lebendfutter(vor allem Rote Mückenlarven)"

      da ich selber keinen Keks habe und damit auch keine Kekse züchte, kann ich mich nur mit vielen Fragen und Ideen aber wenig Fakten an der Diskussion beteiligen. Und glaube mir, ich halte mich noch mit Fragen zurück ;)


      Ich habe auch keine Kekse aber ich bin von Natur aus furchtbar neugierig. :D

      Wenn allerdings in naher Zukunft mal irgendwelche Zuchtprojekte gestartet werden stelle ich mich gern zur Verfügung da ich ab Anfang nächsten Jahres einen großen kühlen Keller habe und reichlich Becken die ich (leider) nicht in der Wohnung aufstellen kann.
      Und ich habe auch genug Geduld einige Generationen auszuharren um Erfolge zu sehen,ich habe auch geduldig über 8 Jahre getüftelt um aus meiner Albino-Krallenfroschlinie die "Reticulated Albinos" reinerbig herauszuzüchten.

      Wenn ich schon züchte muss auch irgendeine Herausforderung dabei sein sonst wird`s schnell langweilig. 8)

      Gruß

      Dirk
      "Menschen sind eine faszinierende Spezies,in einem Universum voller Wunder haben sie es tatsächlich geschafft die Langeweile zu erfinden!" :smok:

      Terry Pratchett
    • Wow, ich finde es wahnsinnig interessant, wie sich dieses Theme entwickelt hat. Das mit der Mangelernährung, weiß ich nicht so recht ob ich mir das vorstellen kann. Günther (?) meinte ja, wenn sie ordentlich gefüttert werden, müsste es nach ein paar Generationen wieder gesunde Kekse geben. Aber die Larven werden doch schon seit langer Zeit mit Artemien, Roten Mülas und dann Pellets aufgezogen. Dann müsste es doch fast nur noch fitte Kekse geben. Oder ist diese Fütterung für Kekse nicht so optimal wie für andere Axolotl? Dann stellt sich wieder die Frage nach dem warum.

      Bei Lottis Bild ist mir auch noch aufgefallen, dass es anscheinend auch unterschiedliche Farbschläge unter den Keksen gibt. Meiner sieht z.B. ganz anders aus als Lottis:
      Weiß nicht, hat das vielleicht auch was zu bedeuten? Mein Keks ist übrigens bis jetzt immer top fit gewesen.
    • eine gesunde und abwechlungsreiche Ernährung würde für mich viel mehr Abwechlung bedeuten. Über Würmer, Asseln, Heimchen, Schnecken, Garnelen, Guppys etc würde sich bestimmt auch ein Keks freuen.

      Aber da du einen gesunden Keks hast und diesen wohl ausschließlich mit Pellets ernährst (so zumindest interpretiere ich es), kann es entweder nicht an der Ernährung liegen oder aber du hast einen von den gesunden Keksen erwischt. Aus welchem "Keksstamm" kommt denn deiner?
      Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand

      Arthur Schopenauer
    • Nein, ich ernähre meinen nicht nur mit Pellets. Ich hatte das nur erwähnt (Artemien -> Mülas -> Pellets) da das der übliche Futterwerdegang ist, wie die Tiere an Futter herangeführt werden. Meiner bekommt, wie meine anderen beiden Axos auch, im Wechsel Pellets und Dendrobena. Ab und zu (eher selten) kommen auch Garnelen und Guppys ins Becken. Trotzdem bin ich bisher immer davon ausgegangen, dass man kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn man seine Tiere nur mit Pellets ernährt. Da ist doch eigentlich auch alles mögliche drinnen, auch Vitamine etc... steht ja alles auf der Packung drauf.
      Mein Keksi stammt soweit ich weiß ursprünglich aus Heidis Zucht.
    • Hallo zusammen,

      ich habe nochmal bei Günter nachgehakt:
      Hallo Günter,

      ich habe Deine Antwort im Axolotl-online-Forum mal so wiedergegeben (...) Nun hat sich eine rege Diskussion bezüglich Ernährung entwickelt - mit der Kernfrage, worin denn nun das Besondere an Deiner Ernährung besteht.

      Viele Halter/Züchter verfüttern Lebendfutter (Christina Allmeling z.B. berichtet, dass sie die NZ fast nur mit Tümpelfutter ernährt hat). Gibt es einen besonderen Vorteil der roten Mückenlarven, den Du Dir zunutze machst? Was wird von Dir außerdem (und mit welcher Gewichtung) noch an Lebendfutter gefüttert?

      Ich habe den Eindruck, dass die meisten "Liebhaber", die sich hier im Forum zu Wort melden, nicht überwiegend Pellets verfüttern, sondern auch oder überwiegend Lebendfutter in unterschiedlicher Zusammensetzung. Da gilt es nun, herauszufinden, was für die Lotls am besten ist. Wäre schön, wenn Du dazu noch eine Stellungnahme abgeben könntest (und, falls Du hast, auch Literaturangaben)

      Viele Grüße,

      Ingo

      ...und Günters Antwort:
      Hallo Ingo,
      okay. Wenn es so ist, dass tatsächlich viele davon Lebenfuter verwenden, dann liege ich mit meiner Vermutung natürlich schief.
      Bleibt die Tatsache, dass meine Tiere und deren Nachkommen, die noch immer bei uns leben, die geschilderten Einschränkungen nicht ansatzweise zeigten und zeigen.
      Fest steht, dass Axolotl gegen Inzuchtdepression de facto immun sind. Immerhin stammen alle heutigen Tiere aus der kleinen Pariser Gruppe und sind noch immer fit.
      Das, was zuweilen damit verwechselt wird, sind diverse Produkte aus amerikanischen Experimentalzuchten, die primär Schäden aufweisen. Werden derartige Tiere eingekreuzt, kann das dazu führen, dass die angelegten Deffizite weiter vererbt werden. Um nun die geschilderten Schäden wieder rauszuzüchten, bleibt gar nix anderes übrig, als strenge Linienzuchten zu betreiben. Also: Vater mit Tochter, Mutter mit Sohn, Schwester mit Bruder, um gewünschte Eigenschaften zu fixieren und unerwünschte heraus zu mendeln.
      Optimale Versorgung und akribische Selektion der jeweiligen Paare aus entsprechend großen Gruppen ist allerdings dazu nötig.
      Zur Ernährung wäre anzumerken, dass Axolotl im natürlichen Habitat offensichtlich im Schlamm gründeln. Ohne es zu wissen, nehme ich mal an, dass es dort, wie bei uns, in erster Linie Chironomiden-Larven zu fressen gibt. Von den Inhaltsstoffen jedenfalls würden sie beinahe als alleinige Nahrungsquelle reichen (In Moulis werden seit den 1950er Jahren die dortigen Grottenolme ausschließlich mit roten Mückenlarven vermehrt!) Ansonsten setzen wir noch Daphnien, Tubifex und Regenwürmer ein. Selten Enchyträen.
      Literatur hat sicher Christina schneller zur Hand als jetzt ich (bin im Dienst!) Im übrigen ist sie sicher mindestens so kompetent in diesen Fragen wie ich. Sie hat sich wesentlich intensiver mit Ambystoma befasst.
      Möglicherweise waren meine gestrigen Anmerkungen ohnehin Schrott. Aber ich habe versucht zu erklären, was meiner Ansicht nach die Ursache sein könnte, weshalb diese Phänomene bei unseren Tieren bisher nicht aufgetreten sind.
      Was man ausser Diskussion stellen sollte, ist die Frage der Inzuchtdepression. Die gibts definitiv nicht und die erklärt das folglich auch nicht.

      Liebe Grüße an alle!
      Günter
      Viele Grüße,

      Ingo
      Viele Grüße
      Ingo
    • Hi Ingo
      dann noch mal Danke fürs Nachfragen.


      Im Xochimilco See vorhandene kleinere Fische, Fischbrut, Insekten, Insektenlarven, Würmer, Garnelen und noch weitere Krebstierchen gehören zum natürlichen Futterspektrum (LAFRENZ, 1930).

      Bis auf die Tubifex, welche ich aus hygienischen Gründen ablehne, ist das Futter dann fast identisch wie bei mir ;) Enchyträen haben meine auch zeitweitig bekommen, als die Feuersalamander noch kleiner waren und ich daher eh eine Zucht hatte. Aber diese auch nur in Maßen da sehr fettreich.

      Liebe Grüße von Christina
      Liebe Grüße von Christina

      Je ne regrette rien (Edith Piaf)


      EMail: Allmeling@axolotlkolonie.de
    • Hallo allerseits,

      so schön ich intellektuelle Kniebeugen finde, gehen mir hier einige Spekulationen etwas sehr ins Blaue.

      Daher mal einige grundsätzliche Überlegungen zur Infektionsbiologie und -genetik (ich arbeite in der infektionsbiologischen Forschung und kenn mich da ein klein wenig aus ;) , auch wenn mein Schwerpunkt eher auf der Erregerseite liegt):

      1) Zuchtziel gesündere/infektionsresistente Tiere
      Im Gegensatz zu quantifizierbaren Zuchtzielen (Wachstum, Farbe etc.) ist "Infektionsresistenz" extrem schwer zu fassen und eine Selektion ohne bekannte genetische Marker quasi nicht möglich. Das Problem ist nämlich, dass schnelles Wachstum von Jungtieren etc. NICHT zwangsläufig auf bessere Infektionsabwehr zurückzuführen ist. Im Gegenteil sind z. B. bestimmte frohwüchsige Schweinrassen besonders empfänglich für besondere Erreger des Atemtraktes. Bei Rindern sind einige Rassen resistent gegen Trypanosomen - diese Rassen sind aber auch besonders klein und geben kaum Milch. Trotz intensiver Bemühungen von Tierzüchtern und Wissenschaftlern ist in keinem Fall die gezielte Züchtung auf bessere Resistenz gelungen - und das gilt meines Wissens auch für alle anderen Tierarten (wer mehr lesen will - ich habe in der Arbeitsgruppe, die das Teilprojekt IRAS koordiniert hat, gearbeitet).
      Krankheitsresistenz ist vermutlich multifaktoriell vererbt.

      Das, was man zur Immungenetik weiß, stammt überwiegend von Defektmutanten, die eine erhöhte Infektionsanfälligkeit aufweisen. Das ist wesentlich einfacher zu untersuchen als der umgekehrte Fall.


      @Dirk: Das was Du machst, ist keine Selektion auf "Gesundheit" sondern auf schnelles Wachstum. Natürlich selektierst Du damit Krepeltiere aus - aber mit Selektion auf Infektabwehr hat das rein gar nichts zu tun. Mit natürlicher Selektion im übrigen auch nicht, die greift zwar auch bei Jungtieren ein, entscheidend ist aber der langfristige Reproduktionserfolg über mehrere Generationen. Und zwar nicht von ein paar vorselektierten Jungtieren, sondern über Selektion der Nachkommen, Dauer der reproduktionsphase, Abwehrvermögen gegen Krankheiten und wiedrige Umweltbedingungen, und und und..... Das ist kein Vorwurf an Dich, es ist einfach so, dass das Zuchtzeil "Gesundheit" im speziellen und "Fitness"" im Allgemeinen in Menschenhand nur entweder indirekt über generationenlange Aufzucht unter widrigen Bedingungen erreicht werden kann (tierschutzrelevant, wenn es bewußt gemacht wird) oder im Rahmen langfristiger Forschungsvorhaben mit gezielter Nachkommenprüfung plus genetischer Analyse (FUGATO geht in die Richtung) möglich zu sein scheint.

      2) Farbvererbung
      Über die Genetik der Kekse ist schlichtweg nichts bekannt, es kann sich um einen rein pigmentierungsbezogenen Verdünnungsfaktor handeln (analog zu den Pastelltönen bei Säugern), um einen polygenen Effekt oder um ein Gen, dass eigentlich mit Pigmentierung rein gar nichts zu tun hat, aber in Pigmentzellen z. B. über Stoffwechseländerungen zu einer verminderten Pigmentbildung, einem schnelleren Abau etc. führt. Zudem kommen Mutationen im Promotorbereich von Farb-assoziierten Genen und Mutationen in Regulatoren in Frage. Möglich ist auch, dass es sich um genetische Kopplung von Genen unterschiedlicher Funktion handelt, bei der der Farbschlag zufällig mit Infektionsresistenz korreliert.
      Ob der Farbschlag nämlich tatsächlich ursächlich mit Infektionsabwehr zusammenhängt, ist völlig unklar - der Thread wurde ja erstmal gestartet, um Erfahrungsberichte zu sammeln ;) .

      3) Züchterische Ambitionen
      Ich finde es ja prinzipiell sehr ehrenwert, den Farbschlag bewußt auf bessere Resistenz zu züchten - aber dafür müßte man eine große Anzahl Nachkommen aus verschiedensten Verpaarungen aufziehen, abgeben, über Jahre beobachten lassen, die Umweltbedingungen herausrechnen und mit einer vernünftigen Kontrollgruppe statisch vergleichen. (Wir reden je nach Merkmalsausprägung von hunderten bis Tausenden Tieren über mehrere Jahre) Dann kann man aufgrund der Ergebnisse geeignete Elterntiere aussuchen und mit der Nachkommenschaft weiter züchten - und das gleiche Spiel wieder wie mit der "Ureltern-Population", über mehrere Generationen. Ich fände das für ein etabliertes Forschungsinstitut schon ambitioniert ;) , zudem ist bei Amphibien recht wenig über die Auswirkung von Umweltparametern auf die Infektionsabwehr bekannt. Da eine saubere Statistik draus zu machen dürfte im Feldversuch also quasi unmöglich sein. Außerdem ist es unwahrscheinlich, von ausreichend Haltern über Jahre eine vernünftige und detailierte Beschreibung von Haltungsparametern und Erkrankungen geliefert zu bekommen. Und von handfesten immunologischen Parametern rede ich hier gar nicht erst...

      Pragmatischer wäre es sicherlich, wenn generell (egal ob Keks oder nicht) bevorzugt ältere Tiere (mehrere Jahre alt) zur Zucht eingesetzt werden würden, zu denen man sich schon einen subjektiven Eindruck zur Anfälligkeit und Entwicklung machen konnte. Das ist aber wohl utopisch, da viele Halter gerne mal eine handvoll Larven aufwachsen sehen möchten - und das nicht erst nach Jahren der Haltung ;) .

      4) Ernährung
      Auch da tappen wir was die eigentlichen Bedürfnisse angeht weitgehend im Dunkeln - es gibt schlichtweg nicht genug aussagekräftige Fütterungsstudien. Sicher scheint zu sein, dass zu viel/zu fett auf Dauer die Leber schädigt. Sicher ist auch, dass generell ein zu viel an fettlöslichen Vitaminen schädlich ist, da sie sich im Körper anreichern und über kurz oder lang (meist: lang) zu Organschäden führen. Bei allen Tieraten, deren tatsächliche Bedürfnisse nicht gezielt untersucht wurden, wird daher (meist sehr erfolgreich) nach der Devise "naturnah und abwechslungsreich, lieber weniger als zu viel" gefüttert. Das hat sich auch beim Axolotl bewährt, gerade bei der Aufzucht. Hier das eine oder andere zu propagieren und Mangelernährung für Probleme verantwortlich zu machen ist rein spekulativ. Spekulieren ist prima, Erfahrungswerte aber auch. ;) Und die haben wir zumindest für den Axolotl sowohl von Forschungsinstituten als auch langjährigen Privathaltern.

      So, meine lange Rede als Fori ist zu Ende.
      Ich würde nur zum Schluß als Supervisor darum bitten, dass wir vielleicht die Diskussionen zu verschiedenen Themen in eigenen Threads weiterführen und hier einfach mal Erfahrungsberichte sammeln. Wir können gerne darüber disskutieren, die hier enstandenen Diskussionsthemen festzupinnen, damit sie nicht verloren gehen - vieles davon finde ich extrem spannend!

      LG Ilse
    • Diskussionsbeiträge zum Thema "Keks"

      So, hier gibt es nun einen eigenen Thread für Diskussionsbeiträge, die sich an meinen Erfahrungsbericht bzgl. meinem Keks anschließen. Ich habe mir erlaubt, die bisherigen Beiträge hierher zu verschieben, da der Ursprungsthread der Sammlung von Erfahrungsberichten dienen soll. ^^

      Wenn nun einer von den Mods weiß, wie ich diesen Beitrag an die erste Stelle kriege, dann nur zu! :D Ich hab keine Ahnung... :whistling:
      Mich muss man sich nervlich erstmal leisten können... :whistling:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lotti ()

    • Hi,
      ich möchte noch mal auf mein Posting 31 zurück kommen:

      Nur von der Fütterung von roten Mückenlarven warnt sogar Mutschmann. Mückenlarven bestehen aus viel Hämoglobin und Ballaststoffen. Außerdem kann eine Verfütterung von "nur" roten Mückenlarven auf Dauer die Nieren schädigen. Den Zusammenhang bekomme ich aber nicht mehr zusammen. Da muss ich ihn noch mal nach fragen.


      Habe gefragt.
      Hier ist die Antwort:

      Rote Mückenlarven als auch Tubifex sind "Strudler", die sich von Detritus ernähren und unheimliche Mengen an Schadstoffen (Schwermetalle, Pestizide etc.) inkorporieren. Deshalb nur gelegentlich und in kleineren Mengen füttern. weiße und schwarze Mückenlarven nehmen in der Larvalphase keine Nahrung zu sich, so dass diese unbedenklich gefüttert werden können.

      Beste Grüße

      Frank Mutschmann


      Liebe Grüße von Christina
      Liebe Grüße von Christina

      Je ne regrette rien (Edith Piaf)


      EMail: Allmeling@axolotlkolonie.de
    • Hi Christina,

      das ist ja interessant.

      Sollten wir dann bei den Sonis lieber auf schwarze Mülas umsteigen? Die bekommen ja alle 3 Tage im Wechsel mit LPP die roten Mülas, oder ist diese Menge noch unbedenklich? :konf:
      Darf man Sonis überhaupt schwarze Mülas füttern (wegen Metagefahr)?

      LG

      Silvia
    • Also ich habe mit schwarzen Mückenlarven nur befriedigende Erfahrungen bei der Axolotlaufzucht gemacht.
      Die TIere mochten sie nicht so gern, ausserdem waren bei meinen Frostmülas auch immer einige Puppen dabei, die von Größe und Härte wohl gar nicht in das BEuteschema der Axolotl passten.
      Gemischt mit roten Mülas war es schon deutlich besser.

      Grüße
      Mario
    • Hi,
      ich denke alle paar Tage schaden rote Mülas nicht. Das bekommen meine auch. Mir ging es um Alleinfutter rote Mülas ;) Denn davon bräuchte man bei den Tieren Massen, damit sie satt werden.
      Frost Schwarze Mückenlarvern vermammeln mir zu sehr das Wasser und weiße Frost Mückenlarven treiben oben. Aber meine Tiere bekommen noch zusätzlich lebende Mückenlarven in Schwarz und Weiß. Die sind zu Zeit in Massen in den Regentonnen.
      Liebe Grüße von Christina
      Liebe Grüße von Christina

      Je ne regrette rien (Edith Piaf)


      EMail: Allmeling@axolotlkolonie.de