Hi,
also Henry, gepuffte Schweineschnauzen waren hier nicht so der Renner, riechen ja auch nach nix die Teile *g*.
Freya ist nun seit 10 Wochen bei uns und aller Unkenrufe zum Trotz: Es klappt, auch bei mir am Rollstuhl, hervorragend und ohne Probleme. Die kleinen Schwierigkeiten die wir haben würde ich selber jetzt mal nicht als Probleme bezeichnen, da Freya absolut leicht erzieh- und lenkbar ist, mittlerweile viele Kommandos wie KOMM, SITZ, PLATZ, PFOTE, RAUS, RUNTER, NEIN, WARTE, STOP, RECHTS kann und einige andere Worte die ich in ihrer Gegenwart öfter benutze nebenbei gelernt hat. Zum An- und Ableinen setzt sie sich hin und wartet auch brav, bis ich ihr das Halsband angelegt habe. Genauso wartet sie bis ich meine Rollstuhl-Zuggerät an den Rollstuhl angekoppelt habe ohne zu Zerren. Sie kann zb. mittlerweile zwischen ihrem Plüschaffen und dem Quietsch-Schwein unterscheiden, wenn ich sage "Hol den Affen" oder "Wo ist das Schwein?". Im Haus ist sie ein absoluter Traumhund, verspielt ohne zu nerven und zu hibbelig zu sein und absolut verschmust. Sie genießt das morgendliche Kuscheln am Bett und die abendlichen "Fernseh-Sessions" richtig und schmeisst sich dann immer zum Bauchkraulen auf den Rücken.
Am Rollstuh läuft sie meistens an lockerer Leine und mittlerweile hat sie auch begriffen, dass es sich an der Leine mit anderen Hunden nicht so prima spielen lässt und sie mich rauswerfen würde, wenn sie losrennt. Auch innerhalb von unserer Wohnung, wenn wir Besuch haben oder bei Bekannten von uns entspannt sie sich jetzt sehr schnell, sofern sie die Gelegenheit erhält selber zu kommen und ansonsten in Ruhe gelassen wird. Sie läuft dann schon neugierig rum um die unbekannte Umgebung zu erkunden und schnuppert an den ihr unbekannten Leuten, die sie dann nach 1-2 Stunden auch streicheln können. Ein riesiger Fortschritt

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Was mich am allermeisten freut: Sie hat bereits nach der kurzen Zeit großes Vertrauen in entwickelt und sucht auf der Windhundwiese, oder wenn ihr andere Dinge nicht geheuer sind, Schutz bei mir und lässt sich von mir "verteidigen". Leider hat dies Alles aber letzten Sonntag nix genutzt, da sie von einem oder zwei Hunden gebissen wurde

. Zwar nur kleine Verletzungen, aber dennoch richtige Löcher bis aufs Fleisch, die jetzt erstmal versorgt werden wollen. Wir könnten die Übeltäter bisher aber nicht ausmachen, aber die anderen Hundebesitzer werden auf den Ausläufen nun auch vermehrt ein Auge drauf haben um zu schauen, ob solche Vorfälle nochmal vorkommen.
Was fremde Leute angeht so funktioniert auch dies immer besser, sofern ich die Leute kenne und wir gemeinsam spazieren gehen. Freya lässt sich dann auch gut mit Leckerchen bestechen, sofern sie dabei nicht weiter beachtet wird und mit der Zeit lässt sie sich dann auch mal kurz streicheln. Unterhalten mit Fremden geht mittlerweile auch ganz gut, nur Männer, schwarz gekleidete Personen und Menschen die frontal auf Freya zugehen oder hinter uns laufen bewirken noch Unsicherheit und ab und an Panik.
Da sie aber oft die schlimmste Panik direkt in unserem Hausflur und vor Haustüren draussen in Verbindung mit anderen Leuten hat fangen wir nun am Freitag an eine Desensibilisierung + Gegenkonditionierung mit Hilfe einer Hundetrainerin zu starten. Diese Trainerin hat uns nach einem ausführlichen Vorgespräch einen Trainingsplan erstellt und so werden wir im Laufe der Wochen Schritt für Schritt trainieren, dass Freya sich IMMER an uns orientiert und sich so die Bestätigun abholt, dass nichts Schlimmes ist, wenn sie mal wieder unsicher wird oder Angst bekommt. Freya ist aber so klasse und will so gerne lernen, dass wir das Problem sicherlich gut in den Griff bekommen.
Weiterhin wollen wir mit Dummy-Arbeit und Verloren-Suche anfangen, da Freya gerne apportiert und weil wir sie auch neben dem Windhundauslauf gescheit auslasten wollen, wir haben zwar schon mit Übungen und Spielen angefangen aber ich bin dennoch gespannt welche Sachen uns die Hundetrainerin noch zeigen kann. Ebenso werden wir anfangen ein Rückruf-Signal zu trainieren, damit wir Freya früher oder später zu einigermaßen sicheren Uhrzeiten im Park ableinen und rennen lassen können, wenn ein verträglicher Hundekumpel dabei ist der ebenfalls gut abrufbar ist. Aus ein wenig Erfahrung weiß ich mittlerweile, dass unser Hund zwischen 10 Uhr morgens und 15 Uhr kaum Interesse an "Getier" zeigt, so dass sie in dieser ZEit wohl auch abrufbar sein wird. Später wird es allerdings nix, da sie mit der Dämmerung meist ab 16-17 Uhr anfängt nach Hasen, Fasanen etc. pp zu schauen.
Alles in Allem klappt unser Zusammenleben klasse und wird immer schöner und routinierter. Klar dauert so eine Eingewöhnung sicher noch einige Zeit länger, aber dafür dass Freya erst 3 Monate in Deutschland und 10 Wochen bei uns ist macht sie sich super und arrangiert sich mit dem neuen Leben so gut wie es besser nicht sein könnte.